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KMU-Studie: Österreichs Betriebe trotz Krise optimistisch
55 % der KMUs (Klein- und Mittelbetriebe) erwarten 2010/11 bereits den Aufwärtstrend

• Nur 21 % der Betriebe fühlen sich von der Krise stark getroffen
• KMUs wollen in Zukunft in “Kooperationen“ und „Modernisierung des Betriebes“ investieren




v.l.n.r.: Firmenkunden-Bereichsleiter Prok. Eduard Genser, Sparkasse-Vorstandsdirektor Mag. Gernot Schmerlaib und Marketingleiter Prok. Diethard Theuermann

Die österreichischen KMUs haben das vergangene Jahr gut gemeistert und blicken optimistisch in die Zukunft – das ist das Kernergebnis einer Umfrage des IMAS Instituts unter 900 Geschäftsführern und Führungskräften, die im Auftrag der Sparkassen durchgeführt wurde. „Das ist für uns ein sehr überraschendes Ergebnis“, so Mag. Gernot Schmerlaib, Vorstandsdirektor der Kärntner Sparkasse AG, „vor allem kleinere Betriebe zeigen sich optimistisch und trotzen der negativen Stimmung.“ Rund die Hälfte der KMUs rechnet in den nächsten 3 bis 5 Jahren mit einer Steigerung der Kundenanzahl und steigenden Umsätzen. Gleichzeitig dürften vor allem die Bewältigung von Personalkosten die Unternehmer beschäftigen. 57 % aller Unternehmer gehen von steigenden Gehältern und Sozialleistungen aus. Als größte wirtschaftliche Herausforderungen sehen KMUs die Gewinnung von Neukunden, die Bindung bestehender Kunden und den Ausbau der Konkurrenzfähigkeit. Dennoch glaubt ein Drittel der KMUs daran, ihre Marktposition in den nächsten Jahren ausbauen zu können. Eine Expansion ins Ausland dürfte dabei nur eine untergeordnete Rolle spielen (nur 6 %). Als Erfolgsrezept werden vor allem intensive Kooperationen mit anderen Unternehmen und die Modernisierung des eigenen Betriebs gesehen – mehr als 40 % wollen ihre Ausgaben in diesem Bereich erhöhen. Dies wirkt sich direkt auf den Finanzierungsbedarf der KMUs aus, der künftig vor allem im Bereich Investitionen bzw. Modernisierung gesehen wird.

„Für die Sparkassen bieten diese unternehmerischen Ambitionen eine Chance“, so Sparkassenvorstand Schmerlaib: „Die zurückhaltende Investitionsbereitschaft der Unternehmen hat im vergangenen Jahr dazu geführt, dass das heimische Kreditvolumen stagniert. Wir haben die klare Bereitschaft, die Modernisierung der Unternehmen zu finanzieren und Marktanteile auf der Kreditseite zu erhöhen“.

Wirtschaftliche Erholung binnen zwei Jahren
Rückblickend hat die Wirtschaftskrise nur einen Teil der Betriebe stark erfasst. Knapp 80 % der KMUs ist davon überzeugt, dass sich die Krise im Vorjahr nur „etwas“ bzw. gar nicht auf ihr Unternehmen ausgewirkt hat. Nur rund ein Fünftel (21 %) konstatiert deutliche Auswirkungen auf den Betrieb. Im Vergleich wurden mittlere Unternehmen etwas stärker von der Krise getroffen als kleine. „Natürlich spüren Bundesländer mit industriellen Strukturen die Krise verstärkt“, meint Mag. Schmerlaib. Für die Zukunft zeigt sich ein Großteil der KMUs überaus optimistisch und von einer positiven Wirtschaftsentwicklung überzeugt: 26 % der Unternehmen rechnen schon in einem Jahr mit einer Erholung, weitere 29 % erwarten den Aufwärtstrend binnen zwei Jahren. Weniger als ein Drittel ist pessimistischer und glaubt, dass der Aufschwung noch drei Jahre oder länger auf sich warten lassen wird.

Persönliche Beratung ist unerlässlich
Sowohl bei kleinen als auch bei mittleren Betrieben ist der direkte Kontakt mit ihrer Bank unverzichtbar, wobei letztere in ihrem Betrieb vom Bankberater aufgesucht werden möchten. Information über Internet, Homepage und E-Mail sind für etwa jeden zweiten Betrieb interessant und haben die Zusendung schriftlicher Informationen auf dem Postweg klar überholt. Spezielle Beratungs-Veranstaltungen des Geldinstituts und telefonische Kunden-Services werden von je einem Viertel geschätzt.

„Geldangelegenheiten sind immer eine Sache des Vertrauens – und das entsteht im persönlichen Kontakt. Aus diesem Grund ist die hohe Filialdichte einer der Eckpfeiler unseres Geschäftsmodells. Wir kennen nicht nur unsere Kunden und ihre Unternehmen, sondern auch die lokalen wirtschaftlichen Gegebenheiten – und das wird honoriert“, so Gernot Schmerlaib.

KMUs: Keine Kreditklemme in Österreich festzustellen
92 % aller österreichischen KMUs verfügten 2009 nach eigener Angabe übrigens über einen ausreichenden Kreditrahmen und 73 % der Unternehmen sehen auch für die nächsten ein bis zwei Jahre keinen zusätzlichen Finanzierungsbedarf in Form von Bankkrediten. 19 % aller befragten Unternehmer hingegen sehen einen deutlichen Bedarf für Finanzierungen.

Überdurchschnittlich hohe Kundenzufriedenheit bei den Sparkassen
Generell ist die Zufriedenheit der Betriebe mit ihren Banken hoch – 75 % der KMUs sind zufrieden bzw. sehr zufrieden mit ihrer Hausbank. Noch besser fällt das Ergebnis bei den Sparkassen aus: 84 % der Kunden bewerten die Zufriedenheit mit ihrem Institut als gut bzw. sehr gut. Zufriedene Kunden honorieren vor allem die Freundlichkeit der Bankangestellten sowie Information und Beratung. Die Einlagensicherheit bereitet kaum jemandem Sorgen – ein Beleg für das hohe Vertrauen der KMUs in ihre Bank. Jenes Viertel, das die Zusammenarbeit mit ihrer Hausbank als nicht optimal bewertet, beanstandet vor allem die Höhe der Zinsen und Konditionen, mehr als 40 % äußern hier ihre Unzufriedenheit.

KÄRNTEN: Die Krise und ihre Auswirkungen

Generell zeigen sich die Unternehmen in Kärnten mit Blick auf ihre Marktposition eine Spur skeptischer als in sieben anderen Bundesländern. Zwar prognostiziert ein Drittel ein deutliches Wachstum für die nächsten 3 bis 5 Jahre, doch rechnen immerhin 17 % mit einem Schrumpfungsprozess. Kundenakquisition, der Marktanteil und der Umsatz gelten dabei als die größten Herausforderungen, dazu kommt ein Bedarf an Modernisierung.

In Kärnten sieht sich ein Drittel der KMUs in einer eher besseren wirtschaftlichen Situation als die Branchenkonkurrenz; so gut wie niemand stuft sich schlechter ein, die Hälfte gleich. Überraschend viele KMUs glauben, dass der wirtschaftliche Aufwärtstrend noch wenigstens 3 Jahre auf sich warten lassen wird (44 %), wobei sie sich aber durch die Krise bis jetzt vergleichsweise selten hart getroffen fühlten (15 %), in der Mehrheit sogar noch überhaupt nicht (54 %). So wird sich dann auch das Krisenjahr 2009 am Ende bestenfalls „etwas“ in den Betrieben bemerkbar gemacht haben (40 %) oder auch „gar nicht“ (43 %).

Interessant ist die Kundenstruktur der heimischen KMUs: In Kärnten finden sich mit Abstand die meisten KMUs mit vielen kleinen Kunden (63 %) und dementsprechend auch ein sehr geringer Prozentsatz an KMUs mit wenigen, jedoch großen Kunden (7 %). Die Klienten stammen fast zur Hälfte aus dem lokalen Nahbereich, immerhin 16 % kommen aus dem Ausland.

Für Sparkassenvorstand Schmerlaib ist das auch ein klarer Vorteil für dezentral organisierte Bankpartner: „Die Regionalität hat in den vergangenen 10 Jahren nicht an Bedeutung verloren. In Wirklichkeit ist die Filiale mit dem Kundenbetreuer um die Ecke das bessere Argument.“

Fotocredit: Kärntner Sparkasse

 

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